„Frieden, Freiheit, Freundschaft“- Projekt „Wir sind Europa!“

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„Menschen brauchen Gedenken – Gedenken braucht Menschen.“- Fünf Jahre Friedensarbeit

Verdun 2014. Grabsteine bis zum Horizont unter einem europablauen Himmel. Nachts beschienen durch die gelben Sterne der Hoffnung. Hände werden zur Versöhnung gereicht – Freundschaft.
Brauchte es Krieg, um den Frieden zu schätzen? Untrennbar haben die
einstigen Feinde hier die letzte gemeinsame Ruhe gefunden.
Eine Ruhe, die uns laut in die Ohren schreien will:
Habt ein besseres Gedächtnis! Jeden Tag! Für eure Zukunft!
Unter dem gleichen Himmel, unter der gleichen Sonne,
unter den gleichen Sternen.

Über 100 Jahre später – nach dem Ende des 1. Weltkrieges – sind wir mehr denn je verpflichtet, nachhaltig an diese Zeiten der Grausamkeit und deren Opfer zu erinnern und das Gedenken wach zu halten. Zwei furchtbare Weltkriege und die Verbrechen des Nationalsozialismus verpflichten jeden täglich neu für ein friedliches, freies und offenes Europa einzustehen, gegen aktuelle Hetze, antidemokratisches Gedankengut, Antisemitismus und Rassismus! Jeder hat das Recht auf  Frieden, Freiheit und Freundschaft.
Die Initialzündung unserer Arbeit lag in der  Studienfahrt nach Verdun 2014. Tief beeindruckt kehrten wir heim, den Kopf voll von Bildern, die auch nach 100 Jahren 1. Weltkrieg immer noch nachhaltig bewegen. Eine Arbeitsgemeinschaft bildete sich und die Gedenkfeier der Stadt Daaden zum Volkstrauertag 2014 bot sich an, unsere Eindrücke nach außen zu tragen. Die Gestaltung dieses wichtigen Gedenktages gehört seitdem zur Tradition unserer Schule. Die Umsetzung einer „Verdunausstellung“ folgte innerhalb von zwei Jahren und erweckte die Geschichten hinter der Geschichte mit Schicksalen, Briefen, erläuternden Texten, Modellen und einem begehbaren Schützengraben zum Leben. Am 12.04.2016 öffnete die Ausstellung „Habt ein besseres Gedächtnis – Verdun vom Schlachtfeld zur Versöhnung“ auf 125 Quadratmetern ihre Tore im „Filmraum“ der Daadener Schule. Während der von Schülern durchgeführten Führungen kamen diese mit zahlreichen der rund 3000 Besuchern, Jung und Alt, ins Gespräch. Ebenso standen der Blick in die heutige Zeit, das Thema Europa, die Flüchtlingshilfe und die deutsch-französische Freundschaft im Mittelpunkt. Letztere pflegt unsere Schule über den Schüleraustausch Fonteney-le-Fleury  bereits seit mehr als 25 Jahren. Besondere Momente gemeinsamen Gedenkens und gemeinsamer Freundschaft stellten die beiden „deutsch-französische Schülerzeitungsseminare Trier-Verdun“ dar. Ebenso der Besuch in Ypern und dem OPCW in Den Haag hinterließen ihren Eindruck.

Nach zwei Jahren hatten die  Gründer der Arbeitsgemeinschaft eine neue Art der Gedenk- und Friedensarbeit an unserer Schule ins Leben gerufen. Mit ihrem Abschluss und dem damit verbundenen Verlassen des Lernortes endete diese aber nicht, denn der Funke war längst übergesprungen. So wurde die „Fackel“ an die Nachfolger weitergereicht, die ihrerseits neue Akzente setzten. Sie entwarfen 2016 das „Mobiles DENK-MAL“ welches am folgenden Volkstrauertag selbst zum Motto „DENK MAL – heute ist Volkstrauertag“ wurde. 2017 wurde es in den europäischen Farben umgestaltet und war an unserem Messestand am 12. Demokratietag im Mainzer ZDF  ein Treffpunkt des europäischen Gedankenaustausches. 2018 entschied man sich zum Guss der schuleigenen Friedensglocke, die am 21.09.2018 am internationalen Friedensläuten (Tag des Friedens) im Beisein des SWR eingeweiht wurde. Die Glockenzier fasst den Grundsatz der Arbeitsgemeinschaft-Friedenserziehung-Geschichte sicht- und hörbar zusammen: „Ich läute für: Frieden – Freiheit – Freundschaft.“

Eine besondere Begegnung zwischen den Vorgängern und Nachfolgern gab  es bei der Wiederauflage der Ausstellung: „Habt ein besseres Gedächtnis! – Verdun vom Schlachtfeld zur Versöhnung“ 2018 im „Haus der Geschichte“ in Betzdorf. Diese nachhaltige Teamarbeit verband die Jugendlichen noch einmal besonders.

Seit Frühjahr 2019 ist unsere Friedensglocke mobil und begleitete uns zum KZ-Sammellager Breendonk, nach Flandern, nach Langemarck und Vladslo. Sie wurde nach einer kurzen Andacht an diesen geschichtsträchtigen Stätten dreimal geläutet, gefolgt von einer Stille des Gedenkens. Auf diese Weise bekamen die Opfer der  Kriege, die Ermordeten und Unterdrückten der Diktaturen, die Flüchtenden und Vertriebenen für kurze Zeit wieder ein Gesicht. Somit gilt damals wie heute der Satz: Menschen brauchen Gedenken und Gedenken braucht Menschen!

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