AG-Friedenserziehung-Geschichte

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Schüler, Eltern, Lehrer und Bürger läuteten mit Friedensglocke für Frieden-Freiheit-Freundschaft

Freitagabend 21.09.2018 18:00 Uhr
Zum ersten mal erklingt die Friedensglocke unserer Schule am internationalen Friedenstag 2018 Foto:© C.Geimer RZ 24.09.18

Trotz Sturms und vorherigen Starkregens fanden rund 120 Menschen am 21.09.2018 um 17.30 Uhr den Weg zur Hermann-Gmeiner Schule. Grund war die Einladung der AG-Friedenserziehung-Geschichte zum europaweiten Friedensläuten und die Einweihung der eigens für den Friedensgedanken gegossenen Glocke der Schule. Die 16 AG-Teilnehmer um Simon Imhäuser und Lars Limbach hatten die Idee dazu und setzten diese auch zügig um. Innerhalb der letzten drei Wochen wurde die Glocke in der Eifel gegossen, graviert und abgeholt. Den dazugehörigen Glockenstuhl hatte Hausmeister Manfred Gawlik in seiner Freizeit gebaut, so dass die Glocke eine würdevolle Aufhängung erhielt. Als Glockenzier wurde auf der Flanke in Großbuchstaben: „ICH LÄUTE FÜR: FRIEDEN – FREIHEIT- FREUNDSCHAFT“ eingraviert. Ebenso wurde das Gedenkjahr 2018 angebracht, welches z.B. auch an den Anfang und das Ende des 30-jährigen Krieges, 70 Jahre Verkündigung der Allgemeinen Menschenrechte durch die UN und nicht zuletzt 100 Jahre Ende des 1. Weltkrieges erinnern soll. Zu den Ehrengästen gehörten Verbandsbürgermeister Wolfgang Schneider und der Kreisbeigeordnete Günter Knautz.

Nachdem die Schülerinnen Antonia Evers und Kira Litau die Anwesenden musikalisch mit Gitarre und Klavier eingestimmt hatten, ergriff Schulleiter HaJo Laubenthal das Wort: „Frieden ist immer eine Aufforderung an alle, dieses hohe Gut auch zu bewahren und zu schützen“. Dies spiegele sich an dem unerbittlichen Einsatz der Schülerinnen und Schüler wider. Die einführenden Worte der Arbeitsgemeinschaft richtete Daniela Hees an die Besucher: „Liebe Wertschätzer des friedlichen Miteinanders, wir möchten mit Ihnen den Wunsch nach Frieden, Freundschaft und Freiheit in der Welt aufgreifen und diesem durch das Betätigen der Glocke Gehör verschaffen. Lassen Sie uns gemeinsam ein Zeichen für den Frieden setzen!“
Diese Aufforderung unterstrich Verbandsbürgermeister Schneider mit dem Hinweis, dass alle nach 1945 Geborenen in Deutschland keinen Krieg mehr erleben mussten, sondern mit der „europäischen Vision“ in 70 Jahren Frieden leben. Dies war die passende Überleitung zur Europahymne, die die Schüler: Alessia Caraccoi, Lea Strasser, Kassim-Al Nabhan, Leonie Balnus, Daniela Hees, Pia Schmidt, Kira Litau und Antonia Evers mit Handglocken zum Besten gaben.

„Läutet das Alte hinaus, läutet das Neue hinein“, so waren die Worte von Luis Ermert und Hannes Johne, welche mahnten: „Läutet die bösen Gestalten und Gedanken hinaus, läutet die beschränkte Gier nach Besitz und Geld hinaus! Läutet hinaus die vergangenen Jahre, läutet ein Mitleid, Toleranz und das Wunderbare!“ Danach war es soweit: Um 18:00 betätigte der Schüler Jason Aeckersberg den Glockenklöppel und mit kräftigen Schlägen begann das „Internationale Friedensläuten 2018“. Auch die Besucher stimmten mit mitgebrachten oder von den Schülern verteilten Glocken ein. So erzeugten Klein und Groß eine einmalige Geräuschkulisse, die bis weithin zu hören war.


Pünktlich zum Friedensläuten zeigte sich auch wieder die Sonne!

Danach sang man gemeinsam noch das Lied „Gib uns Frieden jeden Tag“. Lehrer Lars Limbach bedankte sich abschließend herzlich bei allen, die gekommen waren, um ein Zeichen für Frieden-Freiheit-Freundschaft und gegen Hass, Intoleranz und Populismus zu setzen, denn dies sei gerade in unseren Tagen wichtiger denn je.
Die AG- Geschichte bedankt sich bei allen Teilnehmern, Unterstützern und Helfern für dieses erste Friedensläuten (an der Schule) und versichert, dass die Glocke nicht zum letzten Mal zu hören war. Sie wird in Zukunft immer an wichtigen Gedenk- und Feiertagen zu hören sein, damit der Friedensgedanke noch lange in uns nachhallt.

Text: AG-Friedenserziehung-Geschichte
Fotos: Ute Schütz und Lukas Reihs
Titelfoto: Claudia Geimer RZ 24.09.18

Freitagvormittag, 21.09.2018

Gestern, Donnerstag 20.09.18, rief der rheinland-pfälzische Regionalsender SWR in der Hermann-Gmeiner-Realschule plus in Daaden an. Man hatte „Wind“ von der Aktion „Friedensläuten“ und der neuen Glocke aus der Presse bekommen und wollte nun gerne eine kleine Reportage drehen. Nach einem kurzen Vorgespräch wurde dann der Termin auf den Vormittag des Friedensläutens festgelegt. Punkt 8:45 Uhr reiste das Fernsehteam des SWR aus Mainz an und legte auch direkt los, da das Wetter sich immer mehr verschlechterte. Zuerst wurden die Außenaufnahmen mit der gemeinsamen Enthüllung des Friedensbanners aufgezeichnet. Danach hieß es für einige Klassen, mit allen zur Verfügung stehenden Glöckchen und Glockenspielen zu läuten, was das Zeug hält. Natürlich durfte hier auch der Schlag der neuen Friedensglocke nicht fehlen, welcher von Antonia Evers (10A) und Luis Ermert (10B) getätigt wurde.


Manche Szenen wurden aus mehreren Perspektiven gefilmt.

Ebenso hatte man die Teilnehmer der AG zu ihrer Motivation zu diesem einmaligen Event interviewt. Zwischendurch wurde auch Lehrer Lars Limbach immer wieder zu den Beweggründen dieser Aktion und der Geschichts-AG befragt, die er zusammen mit Simon Imhäuser im Jahr 2014 gegründet hat und diese beide bis heute gemeinsam leiten. Auch die Ausstellung zum 1. Weltkrieg, die ihre Vorgänger im Jahr 2016 erdacht, gebaut und ausgestellt hatten, wurde gewürdigt.


Hier das Gründungsteam der 1. Stunde nach Aufbau ihrer Ausstellung 2016: „Habt ein besseres Gedächtnis-Verdun-vom Schlachtfeld zur Versöhnung“ (hinten v.l.n.r.: Simon Imhäuser, Luca Weeske, Marvin Lichtenthäler, Nikolai Hering, Silas Alhäuser, Madeline Schäfer, Manfred Gawlik und Lars Limbach; vorne v.l.n.r.: Noah Ermert, Louisa-Marie Stühn, Jasmin Marsell, Gizem Sarikaya., Melena Enns, Lena Hofmeister, Lea Litau und Simon Gawlik.) 

Leider konnte an diesem Morgen keiner der Vorgänger vor Ort sein. Sie werden aber die Ausstellung nochmals im Oktober auf Wunsch des Geschichtsvereins Betzdorf im „Haus der Geschichte“ präsentieren.


Schüler läuten und jubeln für den Frieden.

So wurden noch ein paar O-Töne u.a. von Lukas Reihs und Jason Aeckersberg (10A) eingefangen, die sich mit der zur Fahrt nach Verdun 2017 und dem europäischen Friedensgedanken befassten. So schloss sich der Kreis von der Entstehung der 1. AG-Geschichte 2014 bis heute. Gegen 11:45 Uhr waren die Dreharbeiten dann abgeschlossen.


Dann war alles im „Kasten“!

Nun wurden sie in Koblenz für die Landesschau Rheinland-Pfalz geschnitten, damit sie pünktlich um 18:45 Uhr ausgestrahlt werden konnten. Der Mitschnitt wird in den kommenden Tagen der Schule für die Homepage zur Verfügung gestellt und kann dort direkt abgerufen werden. Den spannenden Tag mit dem Fernsehteam, Schülern und Lehrern hat Hannes Johne (10B), quasi als „Hermann-Gmeiner TV“ dokumentiert.

Text: AG-Friedenserziehung-Geschichte
Fotos: Hannes Johne

Letzter Schliff am Friedensbanner

Donnerstag, 20.09.2018


Johanna Popa (10A) hat in Rekordzeit aus vielen, vielen Betttüchern ein 40 Quadratmeter großes Banner genäht.

Nachdem die Glocke am letzten Wochenende sicher aus der Eifel in Daaden gelandet ist, wurde sie heute in den Glockenstuhl eingepasst und erst einmal mit 4 Mann an einem sicheren Ort untergebracht. Es soll ja noch keiner hören, wie die neue Friedensglocke unserer Schule klingt. Aber auch die Vorarbeiten für die „Beflaggung“ unserer Schule laufen auf vollen Touren.


Auf das Banner wird von Jason Aeckersberg (10A) fachmännisch das Wort „Frieden“ gesprayt.


Damit der Schriftzug des Banners auch gut befestigt werden kann, muss es noch von Pia Schmidt, Simon Imhäuser, Jonathan Trippler und Manfred Gawlik „geöst“ werden.

Danach wird das Banner über zwei Stockwerke gespannt und in den jeweiligen Klassenräumen mit Hilfe der kompletten Arbeitsgemeinschaft festgebunden. Parallel dazu wehen die Europaflaggen links und rechts in den Maßen 3,00 x 5,00 Meter!


Foto von Frederick Weber Klasse 8D

Geschafft, der Testlauf ist gelungen: Banner und Flaggen hängen! Alle sind sichtlich zufrieden. Das Ergebnis lässt sich in Daaden weithin sehen, wie es die Fotos von Frederick Weber und Hendrik Wiedemann beweisen.
Nun hoffen wir für das morgige internationale Friedensläuten auf ein paar Wolkenlücken, da Sturm und Regen angesagt sind. Ebenso hat sich ein Team vom SWR-Fernsehen Rheinland-Pfalz für den Vormittag angemeldet.

Text: AG-Friedenserziehung-Geschichte
Fotos: Lukas Reihs, Lars Limbach, Frederick Weber, Hendrik Wiedemann

Geschichts-AG ließ „Friedensglocke“ in der Eifel gießen

Montag 17.09.2018

AG-Friedenserziehung-Geschichte mit „Friedensglocke“ (hinten; v.l.n.r.: Schulleiter Hajo Laubetnthal, Luis Ermert, Hannes Johne, Lukas Reihs, Pia Schgmidt, Lars Limbach, Jonathan Trippler, Simon Imhäuser.  vorne; v.l.n.r.:  Benedikt Schneider, Kira Litau, Antonia Evers, Kassim Al-Nabhan, Jannik Brüning, Jason Aeckersberg (es fehlen: Tabea Enns, Noah Amesreiter und Verena Hahn). Foto:© C. Geimer RZ 18.09.18

Endlich ist es soweit: Die neue Schulglocke kann der Öffentlichkeit präsentiert werden. Stolz stehen die Teilnehmer der AG-Geschichte hinter der von ihnen entworfenen Glocke aus poliertem Messing. Sie misst ganze 30 Zentimeter im Durchmesser und ist 22 kg schwer. Die Idee dazu hatten die Schülerinnen und Schüler, als ihnen der Aufruf der Evangelischen Kirche in Hessen Nassau zum „Internationalen Friedensläuten“ für den 21.09.2018 auffiel. Schnell war entschieden: „Wir lassen für unsere Schule eine eigene Glocke gießen, als Zeichen für: FRIEDEN-FREIHEIT-FREUNDSCHAFT“. Man recherchierte und fand in der Eifel die Firma Mark-Maas, die eine der letzten Glockengießereien in Deutschland ist. Hier holten die AG-Leiter Simon Imhäuser und Lars Limbach ein Angebot ein. Als dann Schulleiter HaJo Laubenthal auch noch „grünes Licht“ gab, konnte die Glocke bestellt werden. Sie wurde noch am selben Tag (03.09.2018) in Brockscheid gegossen und am 15.09.2018, von Horst Letsch graviert.

Lars Limbach durfte diesem Arbeitsschritt beiwohnen und hat die Glocke dann nach Daaden transportiert. Hier wird sie in den kommenden Tagen in einem von Manfred Gawlik konstruierten Glockenstuhl angebracht werden.

 

 


Horst Letsch stetzt die Lettern für die Glocke.


Schriftzug in beweglichen Buchstaben (Lettern).


Die Gravur beginnt. Nach einer Stunde ist sie fertig.


Übergabe der Glocke von Horst Letsch an Lars Limbach

Glockenzier:       ICH LÄUTE FÜR
                              FRIEDEN
                              FREIHEIT
                          FREUNDSCHAFT 
                                  2018

Text: AG-Friedenserziehung-Geschichte
Titelfoto: © C. Geimer RZ 18.09.18
Fotos: Lars Limbach

Bericht September 2018

AG Friedenserziehung-Geschichte zu Besuch beim 12. Demokratietag im Mainzer ZDF: „DENK-MAL – Wir sind Europa!“

Besucher und Politiker honorierten die Schülerarbeiten für ein friedliches Europa

Mainz/Daaden

Die Arbeitsgemeinschaft Friedenserziehung und Geschichte der Hermann-Gmeiner Realschule plus reiste vor knapp zwei Monaten mit schwerem Gepäck zum 12. Demokratietag nach Mainz. Freitags zuvor hatte man bereits das mobile Denkmal zum Kongresszentrum des Mainzer ZDF transportiert und dort aufgebaut. So entstand ein eindrucksvoller Messestand zum Thema: „DENK MAL – Wir sind Europa“, der die Besucher zum Verweilen, zu intensiven Gesprächen und zum Mitmachen einlud. Der 12. Demokratietag im Kongresszentrum des ZDF stand diesmal unter dem Motto: „Mein, dein, unser Europa?!“. Somit passte die diesjährige Arbeit der AG wunderbar in das Konzept.


                                                                                                                                       Foto © Staatskanzlei RLP/ Schäfer
Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer lobte die Arbeit der Schülerinnen und Schüler.

Zunächst wurden die Schüler durch den Geschichtsunterricht inspiriert und für den Wert des europäischen Miteinanders sensibilisiert. So richtig greifbar wurde der europäische Gedanke, als man die Schlachtfelder von Verdun besuchte. Hier verstanden die Jugendlichen: Deutschland kann nicht ohne Frankreich und Frankreich nicht ohne Deutschland und: Aus Erzfeindschaft ist eine Schicksalsgemeinsaft, ja sogar Freundschaft geworden. Beide Länder verfolgen dadurch den Gedanken eines friedlichen Europas.

Interessierte Jugendliche lassen sich die Projektarbeit für Europa erklären.

Genau diese Erkenntnis, wurde von den Schüler/Innen an ihrem Messestand aufgegriffen und die Arbeit der letzten 2 Jahre in prägnanten Episoden dargestellt. Vom Bau des DENK-MALS und dem ersten Einsatz am Volkstrauertag 2016 über die Erinnerung an Helmuth Kohl bis zum „europäischen Mitmach-DENK-MAL“ mit dem Bekenntnis: „Wir sind Europa!“ für den 12. Demokratietag in Mainz.

Zuvor hatte man mit Hilfe von Hausmeister Manfred Gawlik gezimmert, gestrichen und Kabel verlegt. Danach wurde die Bild- und Textauswahl getroffen, Fotos gedruckt, ein Logo kreiert und  Buttons vorbereitet. Rund 600 Holzsterne wurden für die Aktion „vergoldet“. Ausgestattet mit zwei digitalen Bilderrahmen und „bespielbaren“ Seitenflächen, lud das DENK-MAL regelrecht dazu ein, seine Gedanken „über Europa“ auf die Sterne zu schreiben und diese dann auf dem „blauen freien Himmel Europas“ zu befestigen. Dass sich sowohl erwachsene Besucher als auch die Jugendendlichen von heute massiv Gedanken über Europa machen, konnte man an gut 400 Sternen am DENK-MAL ablesen.

Viele Besucher fixieren ihre positiven aber auch kritischen Statements zu Europa auf dem DENK-MAL.  

Gedanken wie: Frieden, Freundschaft, Solidarität, Familie, Einheit, Zukunft der Jugend, Freiheit… u.v.m. war zu lesen. Aber auch Kritikpunkte wie: zu viel Bürokratie, Ungleichgewicht, Übernahme von mehr Verantwortung mancher Staaten, Egoismus,…. etc. klangen an, denn auch diese Aspekte gehören zu einem freien Europa, welches an den Kritikpunkten wachsen kann. Ebenso konnte man sich seinen eigenen Button herstellen und sein Statement mit dem Logo: „Denk-Mal, wir sind Europa“ sichtbar nach außen tragen.

Buttons mit dem eigenen „Europaspruch“ konnte man sich direkt an die Jacke heften.

Der Messestand der Hermann-Gmeiner-Realschule plus blieb auch den anwesenden Politikern nicht verborgen und so ließ sich auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Frau Malu Dreyer von den Schülerinnen und Schülern der Arbeitsgemeinschaft über das Projekt „DENK-MAL – Wir sind Europa“ informieren und zur Gestaltung eines Sterns und Buttons inspirieren. Sie zeigte ihre Begeisterung für die zukunftsweisende Arbeit der  Jugendlichen und lobte auch im Gästebuch: „Toll, dass Ihr am Demokratietag mitmacht! Wir brauchen engagierte, junge Leute wie euch!“

Auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer kreiert sich ihren eigenen „Europa-Button“

Ebenso bestätigte dies der rheinland-pfälzische Vorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) Klaus Peter Hammer: “Ich bin sehr beeindruckt von eurem Engagement für den Frieden in Europa. Euer Stand und eure Arbeit ist ein toller Beitrag, dass noch mehr Menschen darüber nachdenken, wie wichtig der Frieden in Europa für uns ist. Macht weiter so!“

Die  Bildungsministerin von Rheinland-Pfalz (r.) nimmt sich viel Zeit am Messestand.

Auch die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Frau Dr. Hubig nahm sich viel Zeit für eine anregende Diskussion mit den Schülerinnen und Schülern. Ihr fiel besonders der Anklang des Denk-Mals bei den jüngsten Besuchern des Demokratietages auf und äußerte, dass mit der Arbeit „genau der Nerv der Zeit“ getroffen sei.

Mit Landtagspräsident Hendrik Hering im Gespräch.

Zudem begrüßte auch Herr Hendrik Hering, der rheinland-pfälzische Landtagspräsident, den Einsatz der „Westerwälder Delegation“ für den europäischen Frieden und ließ sich eingehend über die Fahrt nach Verdun und die Projekte der Arbeitsgemeinschaft aufklären.

Dr. Jürgen Kost (ILF) informiert über die Aktionen der AG seit 2014. 

„Ich habe die Arbeit der Geschichts-AG kennengelernt und war total beeindruckt! Es ist eine tolle Leistung, die ihr erbringt und ein super Engagement, das ihr in eurer Freizeit zeigt! Ich bin gespannt auf Weiteres! Danke!“ So lautete die Zusammenfassung von Dr. Jürgen Kost, Leiter des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften am ILF Mainz.

Viele gute Gespräche und Begegnungen prägten den Tag der Schülerinnen und Schüler, die auch an den Ständen der übrigen Aussteller viele neue Ideen und Informationen sammeln konnten. Für die Schülerinnen und Schüler sowie für die beiden betreuenden Lehrer Lars Limbach und Simon Imhäuser war es ein sehr spannender, informativer und beeindruckender 12. Demokratietag in Mainz. Gut gelaunt und stolz auf das Ergebnis trat das AG-Team dann die Heimreise an.


Zufriedene Shüler (v.l.n.r.): Jannik Brüning, Jason Aeckersberg, Leon Hein, Pia Schmidt, Verena Hahn, Luis Ermert, Hannes Johne, Daniela Hees, Noah Amesreiter, Lukas Reihs, Fin Kiefel, Tabea Enns, Antonia Evers, Benedikt Schneider und Kira Litau. 

Die Schüler resümierten anschließend:

„Ich hätte nicht gedacht, dass so viele unseren Stand besuchen und sich informieren wollen!“
„Die Gespräche mit den Politikern fand ich besonders spannend. Sie haben sich wirklich für unsere Arbeit interessiert!“
„Diese Gemeinschaftsaktion hat sich in jedem Fall gelohnt. Nächstes Jahr sind wir wieder dabei!“

 

Schüler der AG-Friedenserziehung setzten starke Akzente durch bewegende Gedanken, stilles Gedenken und klare Statements!

Auch in diesem Jahr gestaltete das Team „AG-Friedenserziehung-Geschichte“ der Hermann-Gmeiner-Realschule plus Daaden unter der Leitung der beiden Lehrer Lars Limbach und Simon Imhäuser die Gedenkfeier zum Volkstrauertag.
Zuvor hatte man gemeinsam Gottesdienst in der evangelischen Barockkirche zu Daaden gefeiert, indem bereits Elemente dieses Gedenktages Gehör fanden bzw. sichtbar wurden.

So hatten sich Benedikt Schneider und Luis Ermert im Vorfeld Gedanken um das Symbol des Schwertes als Kriegsmetapher in Texten der Bibel, historischen Reden und Sprichwörtern gemacht. Parallel zu Benedikts Vortrag zeigte Hannes Johne pantomimisch die entsprechend eindrucksvollen „Haltungen“ mit einem echten Schwert. Das Symbol des Schwertes sollte im weiteren Verlauf des Vormittags noch eine wichtige Rolle spielen.
Pfarrer Steffen Sorgatz nahm die Thematik der Jugendlichen an vielen Stellen im Gottesdienst auf und so war der Übergang zur Gedenkfeier ein leichter. Nach dem Liedvortrag des MGV „Germania“ Daaden und der Begrüßung durch den Daadener Stadtbürgermeister, Walter Strunk, hatten die Jugendlichen das Wort. Diese nahmen die Besucher sprichwörtlich mit auf eine Reise in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, dabei immer die Erlebnisse ihrer Studienfahrt nach Verdun und den Erfahrungen des 12. Demokratietages in Mainz vor Augen. Hierzu hatten Hannes Johne und Finn Kiefel eine besondere Auswahl an Fotos für die Besucher getroffen.

Die einleitenden Worte sprach Jannik Brüning, die im diesjährigen Motto: „DENK MAL – WIR SIND EUROPA“ mündeten. Jason Aeckersberg und Luca Röcher verwiesen auf die Kernsymbolik der Europäischen Flagge und spannten dann den Bogen zum umgestalteten DENK-MAL, welches sich in diesem Jahr ganz in den europäischen Farben und Sternen „präsentierte“. Auf dem DENK-MAL hatte man die Gedanken über Europa von rund 800 Besuchern des 12. Demokratietages in der Mainzer ZDF-Zentrale eingefangen, darunter Botschaften von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Politikern. So auch von unserer rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer, dem Landtagspräsidenten Hendrik Hering und Bildungsministerin Stefanie Hubig.

Die meistgenannten Schlagwörter waren: Frieden und Freiheit. Knapp 70 Jahre Frieden sind neu für ein Europa, das oft vom Schwert des Krieges geteilt wurde. Passend leiteten an dieser Stelle Verena Hahn und Pia Schmidt zur Verdunfahrt über. „Auf diesem Schlachtfeld wurde alles durch das Schwert des Krieges bis zur Unkenntlichkeit zerschmettert.“ Beide beschrieben eindrucksvoll die Symbolik dieses Schwertes, welche sich ebenfalls in der Architektur des Gebeinhauses widerspiegelt. Es ist „ein Massengrab und zugleich ein Mahnmal. Mahnung an die Völker Deutschlands und Frankreichs. An Europa. An die Welt!“
Noah Amesreiter begleitete die Besucher gedanklich ins Innere des Gebeinhauses mit den Überresten von 130.000 unidentifizierter französischen und deutschen Soldaten: „Untrennbar haben die einstigen Feinde hier die letzte gemeinsame Ruhe gefunden. Eine Ruhe, die uns laut in die Ohren schreien will: Habt ein besseres Gedächtnis!“
Lukas Reihs hielt an einem von 15.000 Kreuzen inne und dachte über das viel zu kurze Leben des dort begrabenen Soldaten nach. Diesen letzten, möglichen Lebensakt ließ Leonie Balnus sehr ergreifend in einem fiktiven Tagebucheintrag über das zerrissene Seelenleben dieses jungen Mannes wieder aufleben.
Al Kassim Nabhan berichtete über seine Eindrücke in Verdun und der deutsch-französischen Vergangenheit. Dann schlug er den Bogen zu seiner eigenen, jüngsten Lebensgeschichte und den Kriegserlebnissen in Aleppo und Syrien. „Ich habe diese Realität heute erlebt. In Aleppo und in ganz Syrien. Wenn man das mit 10 Jahren erlebt, kann man dies schlecht mit ein paar Worten erzählen. Aber ich kann euch sagen, was Frieden für mich bedeutet!“, so der 16-jährige Syrer. Mit seiner Aufzählung der „höchsten Güter des Friedens“ traf er den Nerv der Besucher. Er appellierte weiter: „Und deshalb müssen wir Gott danken, dass es hier in Deutschland und Europa fast 70 Jahre Frieden gibt. Wir sollten dafür beten und dafür gemeinsam einstehen. Dann sind wir Europa.“

„Von Vollkommenheit und Einheit sind wir in Europa aber noch weit entfernt!“, begann Jannik Brüning seine treffende Schlussbetrachtung und warnte, „denn die permanenten Miesmacher, Populisten und ewig Gestrigen haben schon wieder die Schwerter geschärft. Sie wollen spalten, trennen und den freien Geist Europas zurück in die nationale Enge pressen. Diesen Stammtischparolen und Hetzrednern rufen wir das Zitat von Jean Claude Junkers zu: „Wer an Europa zweifelt oder verzweifelt, der sollte Soldatenfriedhöfe besuchen!“ “

„ZUSAMMENHALT, GEMEINSCHAFT in FREIHEIT und EINHEIT sind das ZIEL unserer jungen Generation! Erinnern wir an die Opfer der Kriege und des Nationalsozialismus – in Daaden, in unserer französischen Partnerstadt Fontenay-le-Fleury und ganz Europa – und nehmen ihre Mahnungen aus dem Grab heraus ernst, dann sind wir bereits auf dem Weg zur Einheit Europas. Dann sprechen wir auch in Europa eine familiäre Sprache: „DENK-MAL – WIR SIND EUROPA!“ Dieses Statement wurde durch die musikalische Darbietung der Europahymne von Tabea Enns (Bass), Antonia Evers (Klavier) und Kira Litau (Gitarre) besonders unterstrichen und man konnte fast die Worte Schillers hören: „ALLE MENSCHEN WERDEN BRÜDER, WO DEIN SANFTER FLÜGEL WEILT!“

Danach ging man gemeinsam zur Kranzniederlegung am Daadener Denkmal (Kriegerdenkmal). Stadtbürgermeister Walter Strunk beendete die Gedenkfeier und bedankte sich bei den Jugendlichen mit den Worten: „Wenn ich sehe, wie ihr euch mit der Vergangenheit beschäftigt und uns an euren Gedanken über Europa und den Frieden teilhaben lasst, dann ist es mir um die Demokratie in unserem Land nicht bange!“

Text und Fotos: Lars Limbach

„PLUS JAMAIS LA GUERRE! – NIE WIEDER KRIEG“

60 Schüler der Klassenstufe 8 besuchten Verdun

Die Schüler/Innen der Hermann-Gmeiner-Realschule plus aus Daaden bekannten sprichwörtlich „Flagge“ zur deutsch-französischen Freundschaft und dem europäischen Friedensgedanken. 

Der erste Weltkrieg endete im November des Jahres 1918. Über 100 Jahre ist die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts nun schon her und dennoch spüren wir seine Auswirkungen bis in unsere eigene Gegenwart. Viele grausame Schlachten wurden im ersten Weltkrieg geführt, in einem Krieg, in dem die Menschlichkeit und eine ganze Generation verloren gingen. Ein Name ist in das Gedächtnis Europas und speziell der Länder Frankreich und Deutschland eingebrannt wie kein anderer: „Verdun“. Er steht stellvertretend für den Schrecken und die Sinnlosigkeit von Krieg und das unendliche Leid, als Mahnmal für die Völker der Welt Frieden zu halten. Mittlerweile ist Verdun zu einem Ort des Gedenkens und der Versöhnung geworden. Dieser Geschichte vor Ort nachzuspüren und zu verstehen, hatten sich die 60 Schülerinnen und Schüler zum Ziel gemacht.

Besucht wurden der französische Nationalfriedhof mit den über 15.000 Kreuzen und das Gebeinhaus mit 130.000 unidentifizierten französischen und deutschen Soldaten.

Andächtige Stille machte sich in der Gruppe breit, als man über den gewaltigen Friedhof schritt. Jeder hatte eine Rose mitgebracht, die er in stillem Gedenken auf eines der Soldatengräber legte. Innehalten und der Versuch das Unbegreifliche zu begreifen.

Auch das Fort Douaumont wurde besichtigt und dem (Über)Leben der Soldaten in dieser unterirdischen Anlage nachgespürt.


Das verschwundene Dorf Fleury spiegelt die absolute Zerstörungskraft des technisierten Krieges wieder.

Mitglieder der AG-Friedenserziehung-Geschichte informierten die Schüler über das Leben in Fleury: vor, während und nach dem Krieg. Was ist geblieben? Ein Haufen zertrümmerter Steine, der in dieser Schlacht rund 16 Mal erobert und zurückerobert wurde. Auch die Trümmer wollen die Gruppe warnen: Nie wieder Krieg!

Die aus den Trümmern gebaute Kapelle und die in den Mantel Europas gehüllte Mutter Maria wollen den Jugendlichen zurufen: „Nur ein vereintes und friedliches Europa kann eine Wiederholung der Geschichte verhindern. Darum: Habt Mut euch für ein solches Europa einzusetzen und einzumischen!“

Abgerundet wurde die Fahrt über die Schlachtfelder durch den Besuch des „Memorials“, in dem für die junge Generation die Geschichte und das Gedenken an diesen Teil des Krieges teils interaktiv oder mit originalen Hinterlassenschaften der Soldaten bemerkenswert lebendig wurden.

Die Klassenstufe 8 vor dem gewaltigen Gebeinhaus auf dem Douaumont. Das Gebäude symbolisiert gleichzeitig ein Schwert, eine Granate und ein Kreuz.

 

Kanzler der Einheit auf DENK-MAL gewürdigt: Schüler der AG-Friedenserziehung-Geschichte gedenken
„Kanzler der Einheit“

Bericht Juli 2017

Die Schüler der AG-Friedenserziehung: (l.) Jannik Brüning, Luis Ermert, Verena Hahn, Pia Schmidt; (m.) Kira Litau, Noah Amesreiter, Jason Aeckersberg, Luca Röcher; (h.r.) Hannes Johne, Collin Limper, Tabea Enns, Lucas Reihs und Antonia Evers.

Schon lange hatte man in der AG-Friedenserziehung der Hermann-Gmeiner-Realschule plus Daaden darüber nachgedacht, wie man der Schülerschaft wichtige Gedenktage, historische/aktuelle Ereignisse oder wichtige Personen durch ein kurzes informatives „Blitzlicht“ näherbringt.

Es sollte nicht zu überladen, sondern eher ein kleiner Denkanstoß, eine Initialzündung, zum: „Mehr wissen wollen“ – ein: „Denk mal drüber nach!“ sein. Diese Idee nahmen die beiden betreuenden Lehrer Lars Limbach und Simon Imhäuser gerne auf und so wurde der Plan eines an vielen Orten einsetzbaren, mobilen Denkmals am Zeichenbrett entwickelt und mit Hilfe von Manfred Gawlik (Hausmeister) umgesetzt. Der Name DENK-MAL und seine Doppeldeutigkeit ist von den Schülern bewusst gewählt.
Der Tod des Altkanzlers Helmut Kohl am 16.06.2017 gab diesmal den aktuellen Anlass, die Gedächtniswand zu gestalten. Denn gerade den jüngeren Schülern ist der „Kanzler der Einheit“ weniger bekannt und erscheint meist erst in Klasse 9/10 in den Geschichtsbüchern. Doch prägte der große Rheinland-Pfälzer seine Zeit und unsere Epoche maßgeblich für das Leben in Deutschland und in einem freien, demokratischen und vereinten Europa. Gerade die Schrecken des 2. Weltkrieges und die darauf folgende Teilung Deutschlands, der Kalte Krieg, prägten seine Person und damit sein Handeln für Freundschaft, Frieden und Einheit. Nicht ein deutsches Europa war sein Gedanke, sondern ein europäisches Deutschland. Landesvater von Rheinland-Pfalz, „Der Handschlag von Verdun“, die deutsch-französische Freundschaft, das Treffen mit Michail Gorbatschow, der Mauerfall und nicht zuletzt die Wiedervereinigung sind nur einige historische Stationen des Wirkens Kohls, welche wir „Älteren“ in unserer Jugend als Geschichte in „Echtzeit“ erleben durften.

Diese Stationen sind auf dem DENK-MAL abgebildet und liefern Grund für Fragen, aber auch zum Austausch. Auch ein selbstkritisches Zitat des Staatsmannes ist zu finden, welches auch die Tiefen in seinem Leben aufzeigt. Ebenso liefert das DENK-MAL Gelegenheit um Abschied von einem „Glücksfall für Deutschland“ und einem „Großen Europäer“ zu nehmen.

Den ersten Einsatz erfuhr das DENK-MAL an der Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag 2016, den die AG in alter Tradition in der Daadener Kirche gestaltete. Unter dem Motto: „DENK MAL, heute ist Volkstrauertag“ wurde die mobile Gedächtniswand eingeweiht. Hier konnten Besucher ihre Gedanken zum Volkstrauertag notieren und für alle sichtbar an der Wand befestigen. Das „DENK-MAL“ wurde danach im Vorraum der Kirche aufgestellt, so dass die Denkanstöße für alle lesbar waren.

Das DENK-MAL soll auch in Zukunft DENKanstöße und Gesprächsanlässe geben, Lust auf mehr Wissen, aber auch Zeit zum Versammeln und Gedenken geben. So erfüllt das mobile DENK-MAL seinen Zweck ganz im Geiste Kohls, der sagte: „Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten.“

Daadener Schüler (er)lebten deutsch-französische Freundschaft in Trier und Verdun

Bericht September 2016

Daaden/Trier/Verdun
Lea Litau und Simon Gawlik, Schüler der 10. Jahrgangsstufe der Hermann-Gmeiner-Realschule plus Daaden, nahmen im Sommer 2016 an einem deutsch-französischen Schülerseminar für junge Schülerzeitungsredakteure in Trier und Verdun teil.

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Die beiden Jugendlichen legten eigens mitgebrachte Blumen nieder und gedachten im Stillen der Hinterbliebenen.

Begleitet wurden sie dabei von ihrem Geschichtslehrer Lars Limbach. Die ADD Koblenz (Schulrat Thomas Hirsch und Schulrat a.D. Friedrich Hermes) organisierte dieses Gemeinschaftsprojekt in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Zum ersten Mal war es gelungen, sechs rheinland-pfälzische und vier Schulen aus der französischen Partnerprovinz Burgund für ein gemeinsames Schülerseminar zum Thema „100 Jahre Verdun 1916-2016“ einzuladen. „Brauchte es Krieg, um den Frieden zu schätzen?“ war die Fragestellung, unter der die vier Seminartage und die zu erstellende Seminarzeitung standen. Über die gesamte Dauer des Seminares wurde zweisprachig gearbeitet.

Die Exkursion nach Verdun und zu den umliegenden Schlachtfeldern fand am 2. Tag des Seminares statt.
Der Besuch des deutschen Soldatenfriedhofes bei Hautecourt les Broville gab allen Teilnehmern einen ersten Eindruck der hohen Opferzahl auf deutscher Seite. 2885 Einzelgräber und drei Gemeinschaftsgräber für 5194 Soldaten. Tausende Namen auf den Metalltafeln. Namen, aber keine Einzelgräber. Die Gebeine liegen im Gemeinschaftsgrab. Namen, aber keine Gesichter. Doch einem konnte an diesem Tag ein Gesicht gegeben werden. Dieses „Fenster in die Vergangenheit“ ermöglichte eine zuvor erfolgte Recherche der Daadener Schülerin Madeline Schäfer für die Ausstellung: „Habt ein besseres Gedächtnis – Verdun – vom Schlachtfeld zur Versöhnung“.
Die Teilnehmer versammelten sich um das Foto, welches einen jungen Mann mit Soldatenmütze und bayerischer Uniform zeigte. Sein Name: Matthäus K., nur 24 Jahre alt. Es wurde still, als die Schüler Lea Litau, Simon Gawlik und Lehrer Lars Limbach über sein viel zu kurzes Leben berichteten. Er war bei der Verteidigung des Dorfes Fleury am 23.06.1916 gefallen. Damit gaben sie einem der vielen tausend Namen auf den Gedenktafeln ein Gesicht und eine (Lebens) Geschichte, aber auch den übrigen Teilnehmern eine Erinnerung genau an diesen Moment und genau diesen jungen Soldaten.

Die nächsten Ziele waren: Das Fort Douaumont, das „Memorial“ von Verdun, das Beinhaus von Douaumont (welches 130.000 nicht identifizierte Gebeine gefallener Soldaten beider Nationen beherbergt), dem dazugehörigen französischen Soldatenfriedhof (15.000 Gräber französischer Soldaten). Anschließend stattete man dem vollkommen zerstörten Dorf Fleury (hier kämpfte und fiel Matthäus K.) und der Innenstadt von Verdun einen Besuch ab. Vor der Fahrt hatte Herr Hirsch an jeden Teilnehmer eine rote Nelke verteilt. Rot deshalb, da diese Farbe verbindender Bestandteil beider Nationalflaggen ist. Somit hatten alle Teilnehmer auf den Friedhöfen die Möglichkeit, diese Nelken auf ein von ihnen ausgesuchtes Grab zu legen. So legten französische Schüler auf deutschen und deutsche Schüler auf französischen Gräbern ihre Blume nieder. Ein Bild, was vor 90 oder 60 Jahren kaum denkbar gewesen wäre. So sieht gemeinsames deutsch-französisches Gedenken heute aus. Tag drei stand im Zeichen der Redaktionskonferenzen, in der unterschiedliche Erlebnisse und Themen verarbeitet wurden. Wie in einer echten Redaktion ging es lebhaft zu und es wurden verschiedene Texte und Layouts diskutiert und erstellt. So stimmte man z.B. über das Titelbild und die dazugehörige „Headline“ in der Gesamtkonferenz ab. Hierbei wurde das abgedruckte Foto von Lea Litau (Rote Nelke mit dem Beinhaus von Douaumont im Hintergrund) einstimmig ausgewählt.

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Simon Gawlik gestaltete die Rückseite der Seminarzeitung durch eine eindrucksvolle Kollage. Ebenso dokumentierte er die gesamte Fahrt durch eine Fotostrecke. Pünktlich zum Redaktionsschluss um 20.00 Uhr war die Zeitung fertig und wurde in Druck gegeben. Am letzten Tag hielt jeder sein druckfrisches Exemplar in Händen. Ein Produkt und eine Erinnerung, lebendiger deutsch-französischer und europäischer Erfahrungen und Zusammenarbeit, die an diesen Tagen weit über eine reine „Arbeitsgemeinschaft“ hinausging und auch heute noch besteht.

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Damit wurden die Worte von François Mitterrand und Helmut Kohl von 1984 mehr als bestätigt:
„Nous nous sommes reconciliés. Nous nous sommes compris. Nous sommes devenus amis.“
„Wir haben uns versöhnt. Wir haben uns verständigt. Wir sind Freunde geworden.“

Fotos/Text: Lea Litau, Simon Gawlik

Volksbank belohnt langjährige Schülerarbeit für den Frieden

Bericht August 2016

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Über eine außergewöhnliche Spende von 1000,- € durften sich die Schüler/Innen und Lehrer der AG-Geschichte-Friedenserziehung (Klasse 10b) zusammen mit ihrer Schulleiterin freuen. Damit belohnte die Volksbank Daaden, vertreten durch die beiden Kundenberater Simone Utsch (im Bild rechts) und Pascal Lichtenthäler (links), die langjährige und intensive Arbeit der AG-Geschichte-Friedenserziehung der Hermann-Gmeiner-Realschule plus in Daaden.

Gemeint ist damit die beeindruckende Ausstellung: „Habt ein besseres Gedächtnis – Verdun – vom Schlachtfeld zur Versöhnung“ welche in der Zeit vom 11.05.2016 bis 01.06.2016 im Filmraum zu erleben war. Hier hatten die Schüler im Sinne des Friedensgedankens eine aufwendige Ausstellung über den 1. Weltkrieg (Schwerpunkt Verdun 1916 – 2016) mit der Fragestellung: „Haben wir gelernt?“ erstellt. Mehr als 2100 Interessierte haben in dieser Zeit die Ausstellung besucht und wurden fachkundig von den engagierten, jungen Historikern durch die Erlebnisausstellung geführt.

Der Volksbank Daaden „war es damit eine Herzensangelegenheit diese jungen, interessierten Menschen in ihrer Bildung zu unterstützen und ihr Engagement für den Frieden in unserer Zeit zu honorieren.“
Für diese Anerkennung danken recht herzlich: Unsere Schulleiterin Frau Lena Daub, alle Schüler/Innen der AG-Geschichte-Friedenserziehung mit ihren betreuenden Lehrern Simon Imhäuser (Klassenlehrer 10b) und Lars Limbach (Geschichtslehrer 10b).

Wer es im April/Mai nicht zur Ausstellung geschafft hat, hier ein kleiner Tipp:
Teile der Ausstellung werden im November 2016 noch einmal in der Schalterhalle der Volksbank Daaden zu sehen sein.

Ein Teil der zur Verfügung gestellten Gelder wurde genutzt, um die Studienfahrt nach Ypern zu untertützen.
Ein Bericht zur Fahrt kann hier eingesehen werden.

 

Ypern 2016 – „In Flandern Fields“ – “Lest we forget”

AG Friedenserziehung auf Studienfahrt in Belgien

Bericht Juni 2016

Vom 03.06.16 – 05.06.16 durften12 Schüler der AG-Friedenserziehung der Hermann- Gmeiner Realschule plus Daaden (Klasse 10b) gemeinsam ihrem Geschichtslehrer Lars Limbach und Klassenlehrer Simon Imhäuser in Ypern (Belgien) die intensiven Eindrücke der Schreckensszenarien rund um den Ersten Weltkrieg vertiefen. Durch ihre zweijährige Arbeit und Präsentation ihrer Ausstellung: „Habt ein besseres Gedächtnis – Verdun – vom Schlachtfeld zur Versöhnung“ hatte die Schülergruppe zuvor versucht, den hohen Stellenwert, den das friedliche Miteinander heutzutage besitzt, hervorzuheben und die Aufforderung, „Frieden zu halten“ und die „Bedeutsamkeit eines einigen Europas“, an die Besucher weiterzuleiten.

Mit der Fahrt nach Ypern (Flandern, Belgien) sollten die Schüler auch ein Stückweit für diese Dienste belohnt werden. Weiterhin sollten sie bestärkt werden, sich auch in Zukunft für die Gedenk- und Gedächtnisarbeit einzusetzen und den Wert dieser Arbeit zu erkennen. Hier nun ein kleiner Fahrtbericht:

Rund um die beiden belgischen Städte Ypern und Lüttich haben wir viele Museen, Friedhöfe, Gedenkstätten und ein völlig zerstörtes Fort besucht. Nach Ankunft in Ypern hatten wir Zeit die Stadt zu erkunden.

Samstags besuchten wir das „Passendale Memorial 1917“ in Zonnebeke. Hier bot sich ein eindrucksvoller Einblick in das Leben und Sterben der Soldaten während der Flandernschlachten.

Der durch den anschließenden Besuch auf dem Friedhof „Tyne Cot“ noch vertiefte. Ein großes Kreuz („Cross of Sacrifice“) im Zentrum des Friedhofs, sowie der reiche Blumenschmuck um die Gräber zeigt, mit welcher Hingabe hier die Gedenkarbeit betrieben wird.

Ebenso beeindruckten uns die teils individuellen Sprüche auf den Grabsteinen. 11.965 Soldaten liegen hier begraben. Die Namen von 34.984 vermissten Soldaten sind auf Tafeln im hinteren Bereich der Anlage eingemeißelt.

Das danach besichtigte „St. Julian Canadian Memorial“ (unweit des „Tyne Cot“) ist ein Denkmal und erinnert an den ersten schweren Gasangriff am 22.04.1915. Hier fielen mehr als 2500 Kanadier einem deutschen Chlorgasangriff zum Opfer.

Ein weiteres Ziel unseres Besuchs in Flandern war der deutsche Soldatenfriedhof bei Langemark. Dort liegen 44.304 deutsche Soldaten begraben, die während der Flandernschlachten fielen. Er wurde am 10. Juli 1932 eingeweiht. Der Soldatenfriedhof in Vladslo ist ebenfalls ein deutscher Soldatenfriedhof. Am Ende des Friedhofs befinden sich die Figuren der Künstlerin Käthe Kollwitz: „Die Trauernden Eltern“. Diese „Selbstbildnisse“ knien vor dem Grab ihres Sohnes Peter Kollwitz (er fiel mit 18 Jahren).

In Haltung und Mimik der Eltern spiegelten sich für uns gemischte Gefühle wider: „Der Vater blickt der Wahrheit ins Gesicht und ist bedrückt darüber, dass sein Sohn gefallen ist. Die Mutter ist traurig und fragt sich, warum sie zugelassen hat, dass ihr Sohn in den Krieg ziehen durfte.“ Beiden Figuren ist die innere Zerrissenheit und „seelische Kälte“ anzusehen, die der Verlust des Sohnes hinterlassen hat.

Auf allen Friedhöfen hatten wir die Gelegenheit, uns still ein Grab auszusuchen, kurz inne zu halten und dann kleine Holzkreuze mit einer Mohnblüte darauf niederzulegen (Poppy Cross).

Die „Menenpoort“ („Menin Gate“), welche unser nächstes Ziel war, wurde zu Ehren der vermissten Soldaten Großbritanniens und des Commonwealth errichtet. Dort sind die Namen von 54.896 gefallenen Soldaten verewigt, die kein eigenes Grab bekommen konnten, vermisst bzw. identifiziert worden sind. Es wurde am 24 Juli 1927 eingeweiht. Seitdem wird jeden Abend um 20:00 Uhr die so genannte „Last Post“ („Der letzte Wachposten“) zelebriert, wozu Kriegsveteranen, Soldaten und Schulklassen aus Großbritannien oder anderen Commonwealth – Staaten anreisen. Vom 20. Mai 1940 bis zum 6. September 1944 wurde wegen des II. Weltkrieges die Zeremonie auf den „Brookwood Cemetery“ in England verlegt. Die Gedenkfeier wird immer mit dem Signal der „Last Post“ durch Trompeter der Feuerwehr Yperns begonnen und beendet.

In der Zeit ruht der komplette Verkehr um die Menenpoort. Ebenso werden andächtige Musikstücke von Dudelsackspielern, Militärkapellen oder Chören aufgeführt. Wir durften sogar dem Totengesang einer Maorifrau aus Neuseeland erleben. Die folgende Gedenkminute ließ uns und die ca. 800 anderen Besucher in einer beeindruckenden Stille verweilen.

Sie wurde mit den Worten: „We will remember them. Lest we forget.“ Beendet Am Ende der Gedenkfeier legten Schulklassen, Regimentssoldaten und Privatpersonen (Mohnblumen-) Kränze ab, um so ihrer toten Vorfahren nochmals zu gedenken. Für uns war dies ein beeindruckendes Erlebnis.

Der Sonntagmorgen war vom Besuch des „Flandern Fields Museum – Ypern“ geprägt, welches 1998 eröffnet wurde und eine beeindruckende Ausstellung über den 1. Weltkrieg in Belgien zeigt. Jährlich besuchen über 200.000 Personen das Museum. Der Name des Museums ist eine Anlehnung an das Gedicht von John McCrae „In Flandern Fields“ von 1915. Jeder Besucher erhält ein weißes Armband mit einem „Poppy“ (Mohnblume) darauf. Mit diesem Armband kann man Infos und Bilder „aktivieren“ und in der eigenen Sprache ansehen sowie Menschen in digitaler Form „kennenlernen“, die aus unserer Umgebung kommen und damals in Ypern gekämpft haben oder gestorben sind.

Die an der Wand befestigte Plakette des OPCW (Organisatioen zum Verbot von Chemischen Waffen) erinnerte an den verheerenden Gasangriff im April 1915. Wir werden diese Organisation auf unserer Klassenfahrt nach den Haag besuchen und über ihre Arbeit in der ganzen Welt mehr erfahren. Denn immer noch werden in Kriegen chemische Waffen eingesetzt.

Das „Flandern Fields Museum“ ist sehr modern aufgebaut, viele Bilder und Videos dokumentieren die geschichtlichen Ereignisse. Angesichts dessen wird uns ein Spiegel vorgehalten und wir müssen darüber nachdenken, wie wir mit unserer Vergangenheit und derer aller anderen umgehen sollten. Das „Flandern Fields Museum“ zeigt uns hautnah den Weg, den die Soldaten aus über 50 verschiedenen Nationen vor über 100 Jahren gehen mussten.

Den  Abschluss der Studienreise bildete der Besuch des „Fort de Loncin“ nahe der belgischen Stadt Lüttich. Es gehörte zu den 12 Festungswerken der Stadt. Erbaut wurde es nach dem Jahre 1888. Es wurde erstmals Stahlbeton verwendet, welcher eine höhere Stabilität garantierte. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurde es komplett zerstört, nachdem ein deutsches Riesengeschütz („Dicke Berta“, 42 cm Durchmesser) einen Volltreffer in eines der beiden Munitions-/Pulverlager landete. Bei diesem Einschlag detonierten 12 Tonnen Schwarzpulver.

Diese Explosion verursachte einen unvorstellbar breiten und tiefen Krater und spaltete das Fort. Die Druckwelle, welche durch das Fort raste, war so stark, dass ein tonnenschwerer Geschützturm aus der Verankerung gerissen wurde, nach oben aus dem Fort heraussprang, genau auf seiner Panzerkuppel aufkam und so noch heute da liegt. Dieser schrecklichen Explosion fielen ca. 300 Soldaten zum Opfer. Viele wurden verschüttet und ruhen heute unter den tonnenschweren Trümmern. In einem Gang in der Nähe des Kraters, wurde mit sehr leistungsstarken Lautsprechern die Explosion der Pulverkammer nachgeahmt. Es versteht sich von selbst, dass diese „Simulationssdetonation“ nicht der Lautstärke der originalen Explosion entsprach. Es reichte aber, um eine bleibende Erinnerung zu schaffen. Es war für alle Beteiligten eine sehr beeindruckende Fahrt, die uns die Schrecken des 1. Weltkrieges auf belgischen Boden nochmals nahe brachte. Die Fahrt nach Flandern, Ypern und Lüttich war eine gelungene Abrundung unserer zweijährigen gemeinsamen Arbeit die uns alle zu einem Team zusammengeschweißt hat!

Der Dank für diese Möglichkeit gilt unseren beiden Lehrern Lars Limbach und Simon Imhäuser! Es war eine tolle Zeit mit Ihnen!

Wohlbehalten und berührt von den Erlebnissen in Flandern kehrten wir am 05.06.2016 wieder ins Daadener Land zurück.

Text/Fotos: Schüler der AG-Friedenserziehung

 

Bereits 1000. Besucher gezählt – Ausstellung bleibt bis Ende Mai geöffnet-Sonntags ab 14.00 bis 18.30 Uhr

Bericht Mai 2016

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Seit dem 11.04.2016 hat die Ausstellung der Geschichts-AG zum 1. Weltkrieg: „Habt ein besseres Gedächtnis – VERDUN vom Schlachtfeld zur Versöhnung“ bereits mehr als 1000 Besucher angezogen. Nicht nur regional hat die Ausstellung Anklang gefunden sondern auch aus der Eifel und den Niederlanden finden Besucher ihren Weg in den Filmraum der Realschule plus Daaden.

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Evelyne Sabine Amesreiter durfte sich als 1000. Besucher über einen Blumenstrauß freuen, der ihr von Noah Ermert und der Geschichts-AG überreicht wurde. Frau Amesreiter zeigte sich, wie die anderen Besucher auch, begeistert von der Schaffenskraft und dem Engagement der Schülerinnen und Schüler.

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Bis heute verzeichnete die Ausstellung nunmehr über 1250 Besucher, Tendenz steigend. Alt und Jung kommen ins Gespräch. Mancher Speicher wird „gelüftet“, Gäste bringen ihre Artefakte mit in die Ausstellung und kommen so mit den Jugendlichen ins Gespräch. Kurzum: der Filmraum der Realschule plus wird zu einem Treffpunkt zwischen Jung und Alt.

Ein Grund mehr, diese Ausstellung bis zum 31.05.2016 zu verlängern.

Gerne würden wir auch Sie in der Ausstellung begrüßen! Kommen Sie vorbei:

sonntags 14:00 Uhr – 18:30 Uhr (durchgehend geöffnet)

dienstags bis donnerstags: 14:00 – 18:30 Uhr (nach vorheriger Anmeldung)

Kontakt E-Mail: verdun-1916-2016@gmx.de oder Telefon: 0151-58573845

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Ausstellungseröffnung „Habt ein besseres Gedächtnis“ – Geschichts-AG der Klasse 10b präsentiert ihre bemerkenswerte Ausstellung der Öffentlichkeit

Bericht April 2017

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Zweieinhalb Jahre Arbeit stecken in dem Projekt, das die Schüler der Klasse 10b am Montag abend der Öffentlichkeit präsentierten. Angefangen hatte alles mit einer Fahrt nach Verdun im 8.Schuljahr.

Beeindruckt von dem Erlebten entstand der Wunsch, sich mehr in das Thema „1.Weltkrieg“ zu vertiefen.
In Form einer Geschichts-AG, welche von den Lehrern Lars Limbach und Simon Imhäuser geleitet wurde, wurde mehr und mehr zusammen getragen, um alles schließlich in eine Ausstellung münden zu lassen.

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Ziel ihrer Präsentation ist es, für den Frieden unter den Völkern zu werben. Die Modelle der Schlachtfelder von Verdun sowie das Beinhaus von Douaumont sprechen dabei ihre eigene Sprache

Unter Beisein von Schulrat Thomas Hirsch, ADD Koblenz, VG-Bürgermeister Wolfgang Schneider, Ortsbürgermeister Walter Strunk (Daaden) und den Vertretern der Kirche sowie den Klassensprechern, Eltern und Mitgliedern des Verbandsgemeinderats wurde die kleine Feierstunden weitestgehend von den Schülern selbst gestaltet, die auch zeigten, wie das gesamte Projekt nach und nach entstand.

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Besonders beeindruckend war die Aussage von Thomas Hirsch in seiner kleinen Ansprache:“ Wer an Europa zweifelt, der sollte nach Verdun gehen…“

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Die Ausstellung ist für die Öffentlichkeit geöffnet und zwar dienstags bis donnerstags von 14.00 bis 18.30 Uhr und sonntags von 14.00 bis 18.30 Uhr. Für Terminabsprachen ganzer Gruppen bitte folgende Telefonnummer wählen: 0151-58573845 oder über das Schulbüro: 02743-6015

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Geschichts-AG der Klasse 10b präsentiert eindrucksvolle Ausstellung-Eröffnung am Montag, den 11.04.2016

April 2017

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Daadener Schüler gestalten Gedenkfeier am Volkstrauertag mit Erlebnissen von ihrer Studienfahrt nach Verdun

Bericht 20.11.2014

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Am Volkstrauertag gedenken die Menschen derer, die im 1. Weltkrieg und 2. Weltkrieg gefallen sind und unter dem Regime der Nationalsozialisten gelitten haben.

Die Schüler der Klasse 9b unserer Schule ließen zu diesem Anlass Erkenntnisse zum 1. Weltkrieg (100 Jahre Gedenken des Kriegsbeginnes im Jahr 1914) und ihre Erfahrungen und Gedanken einfließen, die sie während einer Studienfahrt nach Verdun gesammelt hatten.

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Verdun ist eine französische Stadt an der Meuse (Maas), die bereits im Mittelalter zum Symbol für die Geburt Frankreichs wurde (Vertrag von Verdun 843 n.Chr.).
Im ersten Weltkrieg wurde die Festungsstadt auf deutscher und französischer Seite zu einem „strategisch“ wichtigen Ziel erhoben und arg umkämpft. Im Jahr 1916 verloren viele Menschen – neben Soldaten verschiedener Nationen auch Zivilisten – ihr Leben oder ihre Heimat rund um das Gebiet Verdun.

Zu Beginn der Trauerveranstaltung verlas ein Schüler einen Feldpostbrief aus dem historischen Roman „Feldpost für Pauline“ von Maja Nielsen. Ein Soldat äußerte sich darin über die Sinnlosigkeit des Krieges sowie dessen furchtbare Folgen. Einzigen Halt bot ihm die Liebe zu seiner Freundin Pauline. Interessanterweise kam der Brief erst knapp hundert Jahre später bei der Urenkelin, der Adressatin, Pauline an.

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Im Folgenden erläuterten die Neuntklässler, wie sie den Tag in Verdun gestalteten. An verschiedenen Gedenkstätten wie einem einstigen Dorf, Soldatenfriedhöfen, dem Fort Douaumont sowie dem Beinhaus schilderten sie die eigenen erschreckenden Eindrücke rund um die grausamen Folgen des Krieges. Dabei wurden die eindrucksvollen Erlebnisse mit Fotos dokumentiert, die parallel zu den Schilderungen die Gottesdienstbesucher noch mehr in die Thematik eintauchen ließen.

Der Schüler Luca Weeske führte anschließend seine Überlegungen zum Thema „Volkstrauertag“ an: Er mahnte dazu an, diesen Tag nicht nur zum Gedenken der Opfer der beiden großen Kriege zu nutzen. Auch andere fielen seither Kriegen, Folter, Not und Vertreibung zum Opfer. Diese Tatsache führte den Schüler zu folgender Schlussfolgerung, die nach wie vor unbeantwortet erscheint:
„Warum bezeichnen wir den Tag als Volkstrauertag und nicht als WELTTRAUERTAG?“
Weltumspannend und völkerübergreifend zu trauern sollte laut seinen Vorstellungen die Aufgabe der Menschen an diesem Tage sein! Er schloss mit den Worten: „Wer nicht bereit ist, aus der Geschichte zu lernen, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ Jetzt konnte sich jeder Gottesdienstbesucher selbst die Frage stellen: „Haben wir aus der Vergangenheit gelernt?“ Als Denkanstoß zeigten die Schüler danach Fotos aus den nachfolgenden Kriegen und Krisen, vom 2. Weltkrieg über die Vietnamkrieg bis zum heutigen Syrienkonflikt, die Ukrainekrise sowie humanitären Katastrophen wie Ebola und Hungersnöten.

Zum Abschluss erinnerten die Schüler an den bedeutenden Händedruck zwischen Helmut Kohl und Francois Mitterrand 1984 in Verdun. Diese Geste legte den Grundstein für die heutige Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich. Da auch in der heutigen Zeit der Händedruck ein Zeichen der Höflichkeit und des gegenseitigen Respekts ist, baten die Schüler die Gottesdienstbesucher, sich ebenso die Hand zu reichen und so ihren Friedenswunsch weiterzuleiten. Dazu wurden von Louisa Marie Stühn, Madeline Schäfer, Jasmin Marsell, Lena Hoffmeister, Lea Litau, Luca Weeske und Noah Ermert, die die „Gedenkstunde“ gestalteten, zum Abschluss Kerzen an den Kirchenausgängen verteilt. Die Kerzen zeigten das Motiv eines Händedrucks zweier Menschen – auch teils mit unterschiedlichen Hautfarben. Der Gemeinde übermittelten die Schüler damit die Botschaft:

„Gerade an einem solchen Tag soll mit dieser Kerze unsere Verbundenheit mit den Verstorbenen ausgedrückt werden. Vergessen Sie jedoch nicht, dass der Frieden und dessen Wahrung im Vordergrund stehen. Daran können wir alle täglich arbeiten!“

Die jungen Vertreter unserer Schule nahmen gerne den Respekt für ihr Friedensbekenntnis, die eindrucksvollen Schilderungen ihrer Erlebnisse in Verdun sowie die Schlussfolgerungen– gerade auch von den älteren Mitmenschen – entgegen.
Am Ehrenmal der Gemeinde Daaden fand die Veranstaltung ihren Abschluss im gemeinsamen Gedenken.

„Habt ein besseres Gedächtnis“ – Fahrt der Klassen 8c und 10a nach Verdun

Berich Mai 2014

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Vorbereitet und begleitet wurde das Projekt von Lehrer Lars Limbach (Mitte links) und Lehrer Simon Imhäuser (rechts außen)

Knapp 100 Jahre ist es her, dass der europäische Kontinent und Teile der Welt in einen kriegerischen Abgrund unermesslichen Ausmaßes gerissen wurden. Die Rede ist vom 1. Weltkrieg, der uns zeitlich so weit entfernt scheint, wie die Strecke zum Mond.

Dennoch hat gerade diese Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts Europa, die Welt, seine Menschen und unsere Zeit nachhaltig geprägt. Ein Name ist in das Gedächtnis Europas und speziell der Länder Frankreich und Deutschland eingebrannt wie kein anderer: „Verdun“. Er steht stellvertretend für den Schrecken und die Sinnlosigkeit von Krieg und das unendliche Leid. Als Mahnmal für die Völker der Welt: Frieden zu halten. Mittlerweile ist Verdun zu einem Ort der des Gedenkens und der Versöhnung geworden.
Geschichte(n) vor Ort auf den Grund gehen und zu begreifen, dazu diente eine jahrgangsübergreifende Studienfahrt der 8c und 10a der Hermann-Gmeiner-Realschule plus Daaden, die Geschichtslehrer Lars Limbach initiierte, plante und durchführte.

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Im Vorfeld wurden im Rahmen eines Projekttages die Gründe für das Ausbrechen des 1. Weltkrieges vertieft und über die Sinnlosigkeit der grausamen Auseinandersetzungen rund um Verdun diskutiert. Schließlich reifte innerhalb der Schülergemeinschaft die Erkenntnis: Das friedvolle Zusammenleben der Menschen ist damals wie auch heute ein unschätzbares Gut!
Am Montag, dem 31.03.2014, startete die Schülergruppe unter der Leitung der beiden Lehrer Simon Imhäuser und Lars Limbach, morgens um 4 Uhr Richtung Verdun. Erster Anlaufpunkt war der deutsche Soldatenfriedhof bei Étain unweit der Stadt Verdun. Hier bekamen die Schüler einen ersten Eindruck von der immensen Opferzahl. Aber nicht nur die Anzahl der deutschen Namen auf den je nach Religionszugehörigkeit gestalteten Grabsteinen beeindruckte die Teilnehmer, sondern auch die Feldpostbriefe, die an diesem Ort vorgelesen wurden und einen Einblick in die Gefühlswelt der Soldaten ermöglichten. Den Lernenden wurde bewusst, dass viele ihren Tod vor Augen hatten und nicht mehr zu Frau und Kind, Freundin oder Familie zurückkehrten. Viele liegen auch ohne Namen auf den Friedhöfen um Verdun beerdigt, da sie nicht mehr identifiziert werden konnten.
Von diesem Friedhof aus waren auch die Anhöhen des Forts Douaumont gut zu sehen und somit der beschwerliche Weg, den die Soldaten zurücklegen bzw. erstürmen mussten.
Der Besuch des total zerstörten Dorfes Fleury-devant-Douaumont offenbarte die gewaltige Dimension der Zerstörungskraft bzw. der Materialschlacht, die in den ersten Tagen um Verdun fast unablässig tobte. Lediglich eine Trichterlandschaft ist heute noch von diesem Ort übriggeblieben, wo ansonsten das beschauliche Leben der Landbevölkerung ablief. Nur noch Pfähle markieren die ungefähre Lage von Wohnhäusern, Bauernhöfen, der Schule oder der Bäckerei.
Der Einsatz von Kriegsgerät wurde bei Faubourg Pavé deutlich, wo die Gruppe kleinere Artilleriegeschütze sichten und sich somit einen Eindruck vom Kampf „Maschine gegen Mensch“ bilden konnte. Nicht zu erfassen hingegen bleibt das daraus resultierende anonyme Sterben von Menschenmassen.
Die Fahrt durch die Citadelle von Verdun in Kombination mit einer Multimediashow machte es den Schülern möglich, den Grund des Krieges, die Auswahl Verduns und das Leben der Soldaten zu begreifen. Ebenso den Unterschied zwischen Generälen und Mannschaften, wobei erstere meist fern der Front die Einsätze planten und letztere die Auswirkungen dieser Befehle hautnah durchleiden mussten.
Noch eindrucksvoller und intensiver wurde dieses „Begreifen“ der unmenschlichen Situation im Fort Douaumont. Die eigentlich nur für 8oo Soldaten ausgelegte Festungsanlage „beherbergte“ teilweise die Anzahl von 3000. In dieser Enge lebten, aßen und starben die Soldaten unter fast ständigem Beschuss der Artillerie, die keinen Unterschied zwischen Freund oder Feind machte. Unvorstellbare Ängste und hygienische Zustände begleiteten den „Alltag“ der Menschen. Und doch wurde dieser Haufen zertrümmerter Steine erobert und zurückerobert.
„Hier wäre ich verrückt geworden“, so eine Schülermeinung, die das wirkliche Schicksal manches Soldaten widerspiegelte, denn viele wurden nicht nur körperlich verwundet, sondern verloren für den Rest ihres Lebens den Verstand.
Einen emotionalen Höhepunkt bildete der Besuch des französischen Soldatenfriedhofes mit dem dazugehörigen Beinhaus Douaumont. Die gewaltige Anzahl der Kreuze (15.000) ließ die Gruppe im Schweigemarsch den Hügel hinauf zum Mahnmal gehen. Von hier wurde die Dimension des Friedhofes noch deutlicher. Auch die Erkenntnis, dass im Beinhaus nochmals 130.000 nicht identifizierte französische und deutsche Soldaten ihre gemeinsame letzte Ruhe gefunden haben, ließ die Gruppe noch mehr in Ehrfurcht verweilen.
Den Abschluss bildete für die Schülergruppe das Verweilen an einem besonders friedvollen Ort:
Rund um die Gedenktafel, an dessen Platz Helmuth Kohl und Francois Mitterand am 22.09.1984 durch ihren Händedruck ein unvergessliches Symbol der Versöhnung hinterließen und gleichzeitig einen weiteren Stein für die deutsch-französische Freundschaft legten, bildeten die Teilnehmer einen Halbkreis. Herr Limbach fasste stichhaltig die Erlebnisse des Tages zusammen und lud die einzelnen Schüler und Lehrer ein, in der Stille der eigenen Gedanken, einen kleinen Friedenszweig als symbolischen Akt für ein friedvolles Miteinander um die Gedenktafel zu legen. Zuvor legten die Acht- und Zehntklässler einen größeren Zweig an dieser Stätte nieder, der die Räume der beiden Klassen bereits im Vorfeld als „Friedenszweig“ zierte und die geplante Symbolhandlung ankündigte. Damit wurde der Kreis zum Heute geschlossen und alle verharrten eine ganze Weile im stillen Gedenken.
Während der Fahrt informierten neben Lars Limbach immer wieder einige Schülergruppen über interessante Daten und Fakten der Gedenk- und Schauplätze, nachdem sie im Vorfeld intensiv recherchierten. Somit wurden Informationen aus den eigenen Schülerreihen lebendig vermittelt.
Beeindruckt von diesem Hintergrundwissen – aber auch von den tiefgreifenden und aufrührenden Eindrücken vor Ort – fassten die Schüler ihre Erkenntnisse später im Unterricht schriftlich zusammen.
Folgende Zitate zeugen von der Tatsache: Durch diese Fahrt nach Verdun wurde Geschichte lebendig, denn Lehren können nur diejenigen ziehen, die auch begreifen
„Es hat mich gewundert, wie ein Ort so grausam und doch friedlich zugleich sein kann.“
„Ein Mensch ist schlau, viele Menschen sind dumm.“
„Wir Menschen sind doch alle miteinander verbunden. Warum tun sich Bruder und Schwester so etwas an?“
„Bei diesem Krieg gab es keine Gewinner – nur Verlierer!“
Selbstverständlich wird die Fahrt auch nachbereitet und soll für die Schulgemeinschaft in Form von Bildern und authentischen Erfahrungsberichten dokumentiert werden. Damit soll das Gedenken an diese Zeit, den Ort und vor allem an die vielen unnötigen Opfer auch heute wach gehalten werden, damit sich Geschichte nicht wiederholen muss. Denn „habt eine besseres Gedächtnis“ (Zitat Erich Kästner) bedeutet auch, aus dem Gedenken den Mut zum friedlichen Miteinander wahr werden zu lassen.

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